Dach bei Sturm und Hagel schützen

Diese Vorkehrungen sollten Hausbesitzer treffen

Viele Unwetter mit Sturm, Hagel und Starkregen zogen die letzten Tage und Wochen übers Land. Während einige Kilometer weiter die Sonne schien, ging unter mancher Gewitterzelle sprichwörtlich die Welt unter. Starkregen und große Hagelkörner prasselten auf Dachflächen und Fenster, Böen in Orkanstärke deckten so manches Dach ab. Eines steht leider fest: Unwetter kommen immer öfter und sie werden immer intensiver. Deshalb ist es wichtig, dass Hausbesitzer entsprechende Vorkehrungen treffen, damit das Dach auch bei einem Unwetter schön dichthält und alles darauf liegen bleibt.

 

Dächer schützen Häuser vor Wind und Wetter und leisten, gut gedämmt, einen wichtigen Beitrag zur Energieeffizienz. Die folgenden Tipps sollten Hausbesitzer zum Schutz ihres Daches vor Hagel, Starkregen und Sturm beachten:

 

Tipp: regelmäßig kontrollieren

Alle Teile von Dach und Fassade sollten regelmäßig auf einen festen Halt hin überprüft werden: Lose Dachziegel müssen befestigt werden. Auch beschädigte Stellen und Undichtheiten in der Dacheindeckung sollten Hausbesitzer schnellstmöglich beheben lassen, sonst kann beim nächsten Starkregen Wasser in die Dachkonstruktion eindringen und dort erhebliche Feuchtigkeitsschäden verursachen. Dachrinnen und Fallrohre gilt es freizuhalten, damit Niederschläge abfließen können und gestautes Regenwasser nicht noch zu Wasserschäden im Keller führt.

 

Tipp: Hagelkörnern geeignete Materialien entgegensetzen

Hühnereigroße Hagelkörner fallen in rasanter Geschwindigkeit vom Himmel auf ein Dach und hinterlassen dort große Schäden. Aktuell fast täglich in den Nachrichten zu sehen. Steht bei einer Haussanierung eine Neueindeckung des Daches an, sollte bei der Wahl der Materialien die Hagelwiderstandsklasse ein wichtiges Kaufkriterium sein. Geeignet sind Produkte der Widerstandsklassen 4 oder besser 5. Sturmklammern unterbinden die Einwirkung von Windsog oder Sturm bei Dachziegeln. Wie viele Sturmklammern bei einer Dachdeckung notwendig sind, hängt von der jeweiligen regionalen Windzone ab.

 

Tipp: Aufsparrendämmung als zweite wasserführende Ebene

Eine durchgehende Dämmschicht direkt unter den Dachziegeln bietet einen guten Schutz bei Unwettern. Kommt es durch Hagel oder Sturm zu Schäden am Dach, ist die Dämmschicht als zweite wasserführende Ebene in der Lage, das Haus vor Wasserschäden durch Starkregen zu schützen. Bei Tests haben große Hagelkörner beispielsweise eine Aufsparrendämmung aus Polyurethan nicht durchschlagen.

 

Tipp: Geeignete Anschlüsse verwenden

Jedes Dach hat Durchbrüche und Anschlüsse, die Starkregen, Hagel und Sturm Paroli bieten müssen. Spezielle Formteile sollten beispielsweise für Antennenmasten oder Dachentlüfter Verwendung finden. Auch Dachfenster benötigen spezielle Anschlussbleche und Eindeckrahmen, damit sie höchste Sicherheit bei Sturm oder Starkregen geben.

 

Tipp: Was tun bei einem Sturmschaden am Dach?

Wenn ein Sturm das Dach beschädigt hat, müssen Hausbesitzer schnell und richtig reagieren. Hat sich der Sturm gelegt, sollten zunächst alle Teile, die auf der Straße oder dem Gehweg gelandet sind, aufgesammelt werden. Sturmschäden umgehend dem Versicherer melden. Nichts beseitigen, was für die Schadensaufnahme wichtig ist. Am besten dokumentieren Sie den Schadensumfang durch Fotos. Notreparaturen zur Vermeidung weiterer Schäden sollten von einem Fachbetrieb ausgeführt werden. Überlassen Sie den Gang auf ein beschädigtes Dach lieber einem erfahrenen Profi, bevor Sie sich selbst noch verletzen oder gar abstürzen. Gibt die Versicherung ihr o.k., dann können Sie einen Fachbetrieb mit der Reparatur beauftragen.

 

Tipp: Welche Versicherung übernimmt welchen Schaden?

Unwetterschäden am Gebäude reguliert die Gebäudeversicherung. Sie haftet für Sturm- und Folgeschäden ab Windstärke 8 (ab 62 km/h), darunter nicht. Für Schäden an der Wohnungseinrichtung ist die Hausratversicherung zuständig. Falls der Schaden durch ein geöffnetes Fenster entstanden ist, zahlt die Versicherung ebenfalls nicht. Glasschäden decken spezielle Glasversicherungen ab, inklusive der Kosten für eine eventuelle Notverglasung. Fällt ein morscher Baum vom Nachbarn auf Ihr Haus und beschädigt Fassade oder Dach, dann ist die Haftpflichtversicherung des Baumbesitzers für die Regulierung des Schadens zuständig. Ist der Keller in Folge von Starkregen oder einer Überschwemmung vollgelaufen, dann hat der Hausbesitzer nur Anspruch auf eine Versicherungsleistung, wenn er seine Gebäude- und Hausratversicherung um eine Elementarschadenversicherung erweitert hat.

 

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Quelle: Bosch Thermotechnik GmbH/Erlus/Bauder
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