Infrarotheizungen erreichen hohe Verkaufszahlen. Sie sind einfach installiert, sehr schick und elegant und versprechen durch die angenehme Strahlungswärme einen hohen Wohnkomfort. Zugleich ist die Kritik nicht zu überhören: Schließlich haben Infrarotheizungen Nachteile, mit denen sie als alleinige Raumheizung aus ökologischer und wirtschaftlicher Sicht nicht zu empfehlen sind. Lesen Sie mehr darüber, wo und wie sich die moderne Stromheizung sinnvoll anwenden lässt!
 

Das Prinzip hinter Infrarotheizungen

Die Infrarotheizung ist eine moderne Elektroheizung, bei der Strom in Wärme umgewandelt wird. Elektrische Wärmeelemente erhitzen bei der Infrarot-Wandheizung oder Infrarot-Deckenheizung einen plattenförmigen Heizkörper. Der gibt die thermische Energie zum größten Teil als Strahlung ab und entwickelt nur sehr wenig Konvektionswärme. Auch Infrarot-Heizstrahler produzieren Wärmestrahlung, die gerichtet vor allem einen bestimmten Teil des Raumes erwärmt.

Strahlungswärme ist am Körper direkt wahrnehmbar. So ist für das gleiche Temperaturempfinden weniger Energie nötig, als bei Erwärmung der Raumluft. Auch die Staubbelastung ist geringer. Als Direktheizung verbrauchen die Geräte keine Energie für die Wärmespeicherung und produzieren keine Leitungsverluste. Sie überzeugen durch die sehr einfache Wandmontage, das vielfältige, attraktive Design und einen niedrigen Preis. Problematisch ist aber der enorme Preisunterschied zwischen elektrisch produzierter Wärme und konventionellen Energieträgern. Auch was die Ökobilanz angeht, fallen bei Infrarotheizungen die Nachteile schwerer ins Gewicht.

 

Geringe Effizienz und hohe, mittelbare Umweltbelastung

Für eine Kilowattstunde Heizwärme wandelt die Infrarotheizung genau eine kWh elektrischer Energie um. Das klingt zunächst nach einem extrem guten Wirkungsgrad. Aber nur, solange wir nicht mit einrechnen, dass elektrische Energie zunächst produziert werden muss.

Der größte Teil unserer elektrischen Energie wird aus der Verbrennung fossiler oder erneuerbarer Energieträger gewonnen. Über die produzierte Wärme wird so Strom erzeugt. Dieser wird im Fall einer Infrarotheizung an die dezentrale Verbrauchsstelle geleitet und dort erneut in Wärme umgewandelt.

Bei den zahlreichen Umwandlungsschritten und beim Transport über weite Strecken geht jedes Mal wertvolle Energie verloren. Es ist wesentlich effizienter, Gas, Öl, Biomasse und andere Energieträger direkt an der Verbrauchsstelle einmal in nutzbare Heizwärme umzuwandeln. Der Verbrauch pro kWh und der Ausstoß an Treibhausgasen reduzieren sich um ein Vielfaches. Aus ökologischer Sicht überwiegen bei Infrarotheizungen die Nachteile daher bei weitem.

 

Teure Wärme aus Strom

Auch die Kosten für den Betreiber sind bei Infrarotheizung nachteilig im Vergleich zu anderen Heiztechniken. Eine kWh Strom kostete 2017 in Deutschland durchschnittlich 29 Cent. Im Vergleich dazu zahlen Verbraucher mit einer Gasheizung nur ca. 7 Cent pro kWh für Heizung und Warmwasser.

 

Rechenbeispiel: Gasheizung vs. Infrarotheizung

Um den Unterschied in den Verbrauchskosten drastisch zu veranschaulichen, stellen wir hier zwei Szenarien gegenüber, in denen das gleichen Haus mit einer modernen Gasbrennwertheizung bzw. komplett durch Infrarotheizungen versorgt wird.

Das Beispielgebäude hat 150 qm Wohnfläche und ist durchschnittlich gut gedämmt. Es kommt damit auf einen jährlichen Verbrauch von 24.000 kWh. Das bedeutet mit Erdgas Heiz- und Warmwasserkosten von ca. 1680 EUR pro Jahr. Hier ist die Bereitstellung des Warmwassers schon mit eingerechnet ist. Bei einem vierköpfigen Haushalt können wir also nach Faustregel 4.000 kWh abziehen. Soll das gleiche Haus nun mit Infrarotheizungen versorgt werden, stehen also 20.000 kWh zusätzlich auf der Stromrechnung. Das entspricht selbst bei einem günstigen Strompreis von 25 Cent einer Summe von 5.000 EUR, also dem Dreifachen des Gaspreises inklusive Warmwasser. Dieses Beispiel zeigt eindrucksvoll, weshalb Infrarotheizungen durch Nachteile bei den Verbrauchskosten als Primärheizung nicht zu empfehlen sind.

 

Sinnvolle Einsatzgebiete für IR-Heizungen

Trotz der hohen Kosten und der schlechten Ökobilanz können Infrarotheizungen sinnvoll eingesetzt werden. Sie eignen sich gut als Ergänzung für besonders kalte Tage. Durch gezielte Erwärmung häufig genutzter Orte wie Sitzecke oder Arbeitsplatz lässt sich bei der konventionellen Heizung der Verbrauch niedrig halten. Im Bad sorgt eine Infrarot-Spiegelheizung für zusätzlichen Komfort und verursacht wenig Mehrkosten, weil sie bei Bedarf nur kurze Zeit laufen muss.

Infrarot-Flächenheizungen können schwer zu versorgende Verbrauchsstellen einfach und ohne großen Installationsaufwand bedienen: Ohne Versorgungsleitungen außer einem Stromanschluss und ohne Schornstein. So lässt sich ein selten genutztes Gartenhaus bedarfsgerecht und ohne großen Aufwand beheizen. Auch im Außenbereich spielen Infrarot-Heizstrahler und Flächenheizungen ihre Stärken aus, weil die Wärmestrahlung angenehm spürbar ist, wo Konvektionswärme größtenteils nach oben entweicht.

 

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Quelle: Bosch Thermotechnik GmbH
Foto: Polat Alp - Fotolia.com

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