Die Heizungswartung ist in der Regel eine Sache für den Fachmann. Das sensible System ist leicht aus dem Gleichgewicht zu bringen. Auch, wenn ein Eingriff erfolgreich aussieht, kann er zu vermeidbarem Mehrverbrauch führen. Doch es gibt einige Handgriffe, die auch der Laie gut selbst durchführen kann. Um geringen Heizungsdruck zu korrigieren, können Hausbesitzer zum Beispiel nach einer fachgerechten Einweisung selbst an der Heizung Wasser nachfüllen.

 

Wann müssen Hausbesitzer an ihrer Heizung das Wasser nachfüllen?

Der Druck im Heizkreislauf beträgt in den meisten Ein- und Zweifamilienhäusern zwischen 1,2 und 1,8 Bar. Je größer der Heizkreislauf ist und je weiter das Wasser "klettern" muss, desto mehr Druck sollte auch die Heizanlage haben. Der Druck ist vom Installateur eingestellt und die Heizungsregelung, die Komponenten und ihre Einstellungen sind auf den richtigen Betriebsdruck ausgelegt. Bei deutlich abweichendem Druck arbeitet die Heizung nicht mehr in den gewünschten Parametern. Das heißt im Klartext, es wird entweder nicht richtig warm oder die Heizung verbraucht mehr, als nötig.


Wie geht Druck verloren? Durch minimale Undichtheiten wird permanent Luft in das geschlossene System eingetragen. Beim regelmäßigen Entlüften läuft immer auch etwas Wasser mit aus. Ist der Druckverlust häufig und beträchtlich? Das ist ein Anlass, die Anlage auf Defekte zu kontrollieren. Neben undichten Rohrverbindungen ist das Ausdehngefäß dabei unter den üblichen Verdächtigen.

 

Wasser nachfüllen in wenigen Schritten:

  1. - Schritt 1: Alle Heizkörper entlüften
  2. - Schritt 2: Thermostatventile auf Maximum stellen
  3. - Schritt 3: Umwälzpumpe abschalten (ist eine feste Verbindung mit der Wasserleitung installiert, lassen sich die Schritte 4 bis 8 überspringen)
  4. - Schritt 4: Nachfüllschlauch an Wasserleitung anschließen
  5. - Schritt 5: Eimer unterstellen, um Wasser aufzufangen
  6. - Schritt 6: Schlauch mit Wasser füllen, damit Luft aus dem Schlauch nicht in den Heizkreislauf gelangt
  7. - Schritt 7: Schlauch an KFE-Hahn (Kessel-Füll-Entleer-Hahn) anschließen
  8. - Schritt 8: Systemtrenner verwenden, damit kein Heizungswasser ins Trinkwassernetz eingetragen werden kann
  9. - Schritt 9: Wasserleitung öffnen
  10. - Schritt 10: KFE-Hahn öffnen
  11. - Schritt 11: Wasser wird in das System eingeleitet
  12. - Schritt 12: am Manometer Druckanstieg kontrollieren und bei Sollwert KFE-Hahn schließen

 

Worauf sollten Sie beim Heizung Wasser nachfüllen besonders achten?

Geben Sie dem Heizkreislauf nicht zuviel Druck! Das kann bestehende Probleme wie zum Beispiel einen fehlenden oder fehlerhaften hydraulischen Abgleich scheinbar lösen. Doch es behindert die optimale Funktion der Anlage. Neben Mehrverbrauch kommt es auch zu deutlich erhöhtem Verschleiß. Haben Sie versehentlich zuviel Wasser eingebracht? Dann lassen Sie mit untergestelltem Eimer am KFE-Hahn Wasser ab, bis der Druck im Normbereich ist.

Kessel-Füll-Entleer-Hahn
Foto: Das ist ein Kessel-Füll-Entleerhahn (KFE). l Quelle: www.Energie-Fachberater.de


Bei sehr hartem Leitungswasser ist häufig ein automatischer Enthärter installiert. Ist das nicht der Fall, können Sie durch andere Maßnahmen den Heizkreislauf schützen. Sprechen Sie diese mit dem Installateur ab, der die Anlage montiert hat beziehungsweise die regelmäßigen Wartungen durchführt.


Kontrollieren Sie, wenn Sie an der Heizung Wasser nachfüllen, auch die Rohrverbindungen und das Ausdehngefäß auf Defekte und Undichtheiten! Auch, wenn aktuell keine Feuchtigkeit zu erkennen ist: Tropfspuren unter Verbindungsstellen sind ein Indikator für mögliche Undichtheit im Heizkreislauf. Das Ausdehnungsgefäß können Sie einfach durch Abklopfen kontrollieren. Es ist hälftig mit Heizwasser und hälftig mit Gas gefüllt, die von einer Gummimembran getrennt sind. Das Gas, meist Stickstoff, kann komprimiert werden und wirkt wie eine Federung für den Heizungsdruck. Das Gerät muss sich bis etwa ab der Mitte hohl anhören. Es besitzt zudem ein Ventil. Wenn sie den Stift kurz eindrücken und Wasser statt Gas austritt, ist ein schneller Ersatz notwendig.

 

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Quelle: Bosch Thermotechnik GmbH
Foto: Kzenon - Fotolia.com

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