Ein Kaminofen in wasserführender Auslegung verbindet mehrere Vorteile: Die Behaglichkeit des Holzfeuers und die Möglichkeit der Unterstützung der Heizanlage. Lesen Sie bei Effizienzhaus-online, welche Szenarien unter welchen Voraussetzungen umgesetzt werden und was Sie bei Planung, Kauf und Betrieb beachten sollten!

 

Eine vorteilhafte Kombination: Ein Kaminofen zur Heizungsentlastung

Der Kaminofen ist ein einzeln stehender Holzofen aus Gusseisen oder Stahlblech. Er kann mit Steinplatten ummantelt sein und ähnelt dem Kachelofen oder dem gemauerten Grundofen. Verheizt werden Scheitholz und Briketts oder Pellets. Seltener sind auch Pellets und Scheitholz parallel möglich. Der einfache Kaminofen erzeugt Heizwärme in Form von Strahlungswärme nur im Aufstellraum. Wenn Sie die erzeugte Energie auch in den Pufferspeicher und damit in das Heizsystem des Hauses einspeisen möchten, muss der Kaminofen wasserführend sein. Damit entsteht die vorteilhafte Kombination aus wertvoller Behaglichkeit und effektiver Heizungsentlastung.

 

Einfaches Funktionsprinzip mit Wassertasche

Ein wasserführender Kaminofen ist in seiner Grundkonstruktion einem herkömmlichen Kaminofen sehr ähnlich. Es wurde lediglich eine Wassertasche hinzugefügt, die bei den meisten Geräten oberhalb der Brennkammer liegt und über entsprechende Anschlüsse mit dem Heizungssystem verbunden werden kann. Brennt das Feuer im Ofen, erwärmt sich das Heizwasser in der Wassertasche. Ein Kreislauf kommt in Gang, der das heiße Wasser zum Pufferspeicher der Heizanlage leitet. Kaltes Wasser strömt nach und so wird kontinuierlich die Wärme aus der Verbrennung im Kaminofen zur Versorgung der Heizanlage mit genutzt. Gleichzeitig heizt die angenehme Strahlungswärme des Ofens natürlich auch den Aufstellraum. Zusammen mit einem Sichtfenster sorgt das flackernde Feuer und die entsprechende Wärme für Gemütlichkeit und Romantik.

 

Anwendung zur Heizungsentlastung

Viele Hausbesitzer genießen diese Vorteile, indem sie einen Kaminofen wasserführend für den vorrangig genutzten Wohnraum nachrüsten. Der Aufstellort ist in den allermeisten Fällen das Wohnzimmer oder eine große Wohnküche. Mit einem wasserführenden Kaminofen lassen sich zugleich die Behaglichkeit steigern und die Verbrauchskosten der konventionellen Heizanlage senken. Das ist eine gern genutzte Möglichkeit für ein Einfamilienhaus oder die Mietwohnung und im sanierten Altbau genauso, wie im Neubau.

 

Kosten für die Anschaffung eines wasserführenden Kaminofens:

  • variieren je nach Leistung, Effizienz, Qualität und Stärke und Art der Ummantelung
  • auch das Design spielt eine wichtige Rolle
  • einfache Holz-Kaminöfen wasserführend für Heizungsunterstützung ab ca. 1.500 Euro
  • Kosten für Verbrauch und Betrieb eines wasserführenden Kaminofens:
  • bei guter Planung und fachgerechter Nutzung können sich Verbrauchskosten durch Einsparungen bei der Hauptheizung ausgleichen
  • Reduzierung des Gesamtverbrauchs durch einen Kaminofen wasserführend ist bei Kombination mit moderner Gasheizung nur selten erreichbar
  • Verbesserung der Klimabilanz Ihres Heizsystems, da mit nachwachsenden Rohstoffen CO2-neutraler geheizt wird als mit fossilen Brennstoffen
  • Heizungs- und Warmwasserkosten bleiben insgesamt meist auf vergleichbarem Niveau
  • Kosten für Wartung und Schornsteinfeger ca. 100 Euro

Der Mehrwert für Käufer liegt nicht im Spareffekt, sondern in der schöneren Atmosphäre durch das Heizen mit Holz. Zudem ergibt sich ein ökologischer Vorteil, weil sich ein Teil der fossilen Brennstoffe durch nachwachsende Rohstoffe ersetzen lässt.

In der Regel als Pelletofen: Kaminofen wasserführend als Gebäudeheizung

Auch dieses Konzept ist möglich und wird häufig erfolgreich umgesetzt. Es empfiehlt sich aber nur, wenn das Gebäude ausreichend gedämmt ist. In Passivhäusern und Niedrigenergiehäusern auf hohem KfW-Effizienzhaus-Standard kommen Kaminöfen wasserführend gern als Hauptwärmequelle zum Einsatz. Die Geräte sind eine sinnvolle Alternative, da nur wenige Heiztage im Jahr eine Heizleistung von mehr als 4 KW erforderlich machen. Im durchschnittlichen, sanierten Altbau sind andere Lösungen meist wirtschaftlicher.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Mit der Behaglichkeit und dem schönen Design des Kaminofens wird die Heizanlage zum edlen Gestaltungsobjekt. Bei passender Dimensionierung und fachlich sauberer Auslegung des Heizungssystems versorgt der Kaminofen wasserführend ein gesamtes Einfamilienhaus kostengünstig mit Heizenergie und Warmwasser. CO2-neutral heizen Sie mit nachwachsenden Rohstoffen. Außerhalb der Heizperiode übernimmt im ökologisch optimalen Falle eine Solarthermie-Anlage die Warmwasserbereitung.

Nur in seltenen Ausnahmefällen wird dieses Konzept mit einem klassischen Holzofen umgesetzt. Fast immer erhalten Pellets als Brennmaterial den Vorzug. Ein Pelletofen hat einige Vorteile: Vor allem durch den Komfort und die feine, automatische Steuerung des Verbrennungsvorgangs. Sie gewährleistet, dass die Gebäudeheizung immer im optimalen Betrieb läuft. Das hält Verbrauch und Emissionen möglichst niedrig. Für einen Pellet-Kaminofen wasserführend, der die Aufgabe der Gebäudeheizung übernimmt, können Sie daher auch Fördermittel bei BAfA und KfW beantragen.
In diesem Szenario handelt es sich bei dem Kaminofen um das Kernelement der Gebäudeheizung und nicht nur um ein Gestaltungsobjekt für mehr Behaglichkeit. Sie sollten daher umso weniger voreilig kaufen. Eine detaillierte und kompetent durchgerechnete Heizungsplanung mit Hilfe des erfahrenen Installateurs ist nicht zu ersetzen.

 

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Kosten für die Anschaffung eines wasserführenden Pellet-Kaminofens:

  • Anschaffungskosten für Pellet-Kaminofen wasserführend beginnen bei rund 4.000 Euro
  • dazu kommen die weiteren Komponenten der Heizungsanlage und die Installation durch den Heizungsbauer
  • Ausstattung für die Kombination mit Solarthermie ist noch etwas preisintensiver
  • Kosten für Verbrauch und Betrieb eines wasserführenden Pellet-Kaminofens:
  • Verbrauchskosten sind schwer als Durchschnitt anzugeben, da sie je nach Gebäude und Nutzung stark schwanken
  • Näherungswerte für gut gedämmte Objekte im Niedrigenergiehaus-Bereich mit Solarthermie: 300 bis 400 Euro
  • dazu kommen rund 160 Euro im Jahr für Wartung und den Besuch des Schornsteinfegers

 

Quelle: Bosch Thermotechnik GmbH
Foto: Buderus

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