Aus für alte Öfen bis Ende 2014

Austauschpflicht für alte Öfen

Werden die Grenzwerte für Feinstaub und Kohlenmonoxid eingehalten, steht einem gemütlichen Kaminabend auch künftig nichts im Wege.

 

Kaminofen-Check klärt Erfüllung der Emissionsanforderungen

Viele Hausbesitzer nutzen einen Kaminofen für wohlige, energieeffiziente Wärme zu niedrigen Preisen. Doch ab 2015 gelten für Kamin, Kachelofen und Co verschärfte Grenzwerte: Überschreitet der Kaminofen die Feinstaub- und Kohlenmonoxid-Grenzwerte, müssen alte Öfen bis Ende 2014 ausgemustert werden. Doch wer jetzt nachrüstet, vermeidet die Ausmusterung.

Bis Jahresende müssen alte Kleinfeuerungsanlagen ausgemustert werden, wenn sie die neuen Grenzwerte überschreiten. Das schreibt die novellierte Bundes-Immissionsschutzverordnung für kleine und mittlere Feuerungsanlagen (1. BlmSchV) vor. Dies betrifft 15 Millionen Anlagen in Deutschland in der Größe ab vier Kilowatt Leistung. Hausbesitzer sollten deshalb rechtzeitig einen Kaminofen-Check durch den Fachmann durchführen lassen. Dann bleibt genügend Zeit für eine Nachrüstung. Überschreiten Kaminöfen, Kachelöfen, Herde und offene Kamine, die vor 1975 errichtet wurden, die verschärften Feinstaub- und Kohlenmonoxid-Grenzwerte, müssen sie sonst ab dem 1. Januar 2015 außer Betrieb genommen werden.

 

Neue Regeln für ältere Kamine und Öfen

Hausbesitzer können ältere Anlagen, die vor dem 21. März 2010 in Betrieb gingen, weiter nutzen, wenn sie die Einhaltung des Staubgrenzwertes von 0,15 Gramm pro Kubikmeter und des Kohlenmonoxid-Grenzwertes von 4 Gramm pro Kubikmeter nachweisen – entweder durch eine Herstellerbescheinigung oder eine Messung des Schornsteinfegers. Liegen die Werte darüber, müssen vor 1975 errichtete Anlagen Anfang 2015 ausgemustert sein. Für Anlagen, die bis 1985 errichtet wurden, gilt das Stichdatum Ende 2017, für vor 1995 errichtete Ende 2020. Überschreitet der alte Ofen die Grenzwerte, gibt es jedoch eine Alternative zur Stilllegung: Hausbesitzer können ältere Holzheizungen mit Staubfiltern durch den Profi nachrüsten lassen. Solche Partikelfilter kosten zwischen 600 und 1.000 Euro.

Übersicht Stichdaten für die Stilllegung älterer Kaminöfen:

 

Ofen-Klasse Zeitpunkt der Errichtung Stichdatum zur Stilllegung bzw. Nachrüstung
1
vor 1975
1. Januar 2015
2 zwischen 1975 bis Ende 1984 Ende 2017
3 zwischen 1985 bis Ende 1994 Ende 2020
4 zwischen 1995 bis 22. März 2010 bis 2024

 

 

 

 

 

 

 

 

Verschärfte Grenzwerte für neuere Kaminöfen

Für neuere Anlagen gelten schärfere Grenzwerte als für ältere: Zwischen 2010 und 2014 errichtete Öfen und Kamine dürfen nur noch bis zu 0,075 Gramm Staub pro Kubikmeter und 2,0 Gramm Kohlenmonoxid pro Kubikmeter freisetzen. Für Feuerstätten, die ab dem 1. Januar 2015 errichtet werden, gelten die strengsten Bestimmungen: Die Grenzwerte wurden auf 0,04 Gramm Staub pro Kubikmeter und 1,25 Gramm Kohlenmonoxid pro Kubikmeter abgesenkt. Zwar erfüllen moderne Kaminöfen in der Regel die Emissionsanforderungen. Dennoch sollten sich Hausbesitzer vor der Anschaffung eines neuen Kamins unbedingt informieren.

 

Die Neuregelung der 1. BlmSchV gilt nicht für:

  • private genutzte Herde und Backöfen mit einer Nennwärmeleistung unter 15 Kilowatt Leistung,
  • offene Kamine, Grundöfen, Einzelraumfeuerungsanlagen in Wohneinheiten, deren Wärmeversorgung ausschließlich über diese Anlagen erfolgt und
  • Einzelraumfeuerungsanlagen, die vor dem 1. Januar 1950 hergestellt oder errichtet wurden.

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Quelle: Zukunft Altbau / Bosch Thermotechnik GmbH
Foto: AdK/akz-o