Hardware allein macht aus einem Eigenheim noch lange kein Smart Home – auf die Vernetzung kommt es an. Die Kommunikation zwischen den Geräten muss gewährleistet werden. Dies geschieht in der Regel über ein sogenanntes Bussystem. Leider existiert auf dem Markt bisher kein einheitlicher Kommunikationsstandard und kann daher von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich sein. Somit hat die Wahl der Datenübertragung unmittelbaren Einfluss auf die Funktionalität der Geräte und erschwert die Auswahl des passenden Systems zusätzlich.

 

Die richtige Datenübertragung für das Smart Home

Jedem Smart-Home Besitzer stehen zwei verschiedene Varianten der Datenübertragung zur Verfügung:

  1. 1. Datenübertragung per Kabel
  2. 2. Datenübertragung per Funk

Welche Datenübertragung in Frage kommt, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Um die Kommunikation der smarten Geräte zu gewährleisten, müssen Sie sich jedoch für eine der beiden entscheiden. Wir zeigen Ihnen die Unterschiede der beiden Varianten und die jeweiligen Vor- und Nachteile – damit dem Traum nach einem eigenen Smart Home nichts mehr im Weg steht.

 

Datenübertragung per Kabel (Kabel-Bussystem)

Die klassische Übertragung findet mit Kabeln statt. Dabei wird das eigene Haus vernetzt, d.h. es werden neue Leitungen im Haus verlegt. Diese Leitungen dienen der Datenübertragung des neuen Smart Home. Entgegen der „klassischen“ Elektroinstallation, wobei lediglich verschiedene Stromkreise entweder unterbrochen oder geschlossen werden (z.B. Lichtschalter), erfordert die Smart Home Technik ein sogenanntes „Bus System“. Bei einer bevorstehenden Sanierung/Modernisierung bietet es sich an, die Verlegung eines Kabel-Bussystems einzubeziehen. Anstehende Sanierungen erleichtern die Planung beim Verlegen neuer Kabel und es entstehen außerdem keine Mehrkosten für aufwendige Vorarbeiten beim Kabelverlegen.

 
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Bussysteme sorgen dafür, dass jegliche Geräte und Funktionen untereinander vernetzt, überwacht und gesteuert werden können – sowohl Sender, als auch Empfänger, Sensoren, als auch Aktoren. Man möchte schließlich, dass die Kaffeemaschine hochfährt, sobald morgens Bewegungen im Bad registriert werden. Sonst könnte man auch einfach zu einer Zeitschaltuhr zurückgreifen. Das Bussystem ist Grundvoraussetzung für einen solchen Komfort.

Über die Jahre haben sich einige Bussysteme im Bereich der Gebäudeautomation herauskristallisiert:

System Eigenschaften
KONNEX (KNX) Der KNX-Standard ist eine Weiterentwicklung des EIB (Europäischer Installationsbus). Er ist der wohl meist verbreitetste Standard und wird von vielen Herstellern unterstützt. Ebenso erfüllt er die Anforderungen der europäischen, chinesischen und internationalen Standards für Heim-Elektronik-Systeme. Das liegt nicht zuletzt daran, dass es sich um einen offenen Standard handelt, der von jedem Benutzer vorangetrieben werden kann.
Local Operating Network (LON) Der LON-Standard wird vorwiegend in der Industrie- und Prozessautomatisierung oder umfangreichen Anlagen eingesetzt. Er soll die Zusammenfassung unterschiedlicher Systeme und Gewerke (auch ortsübergreifend) in einem System gewährleisten.
Local Cotnrol Network (LCN) Der LCN-Standard wurde als intelligentes Netzwerk zum Einsatz in der Gebäudesteuerung entwickelt. Oftmals kommen diese Systeme bei Events und Veranstaltungen zum Einsatz, z.B. als Werkzeug der Lichtregie im Musical.
digitalSTROM Entwickelt in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich, bietet diese Methode eine sehr interessante Art an Geräte zu koppeln – über die heimischen Stromleitungen. Anstatt neue Leitungen legen zu müssen oder auf Funklösungen zurückzugreifen, setzt die Variante von digitalSTROM auf bestehende Stromleitungen im Haus. Dazu werden kleine „Klemmen“ im Sicherungskasten angebracht. Die Klemmen sind wiederum mit Mikrocomputern ausgestattet. Leider ist die Technologie noch vergleichsweise teuer in der Anschaffung.

 

Vorteile und Nachteile: Kabel-Bussystem

Vorteile Nachteile
Bei Neubau einfach mit der Elektrogrundinstallation verlegbar. Höhere Kosten.
Sichere Datenübertragung durch abgeschirmte Datenkabel. Nachträgliche Installationen mit hohem Aufwand verbunden.
Hohe Reichweite. Detaillierte Planung bei komplexen Systemen notwendig.
Geringe Störungsanfälligkeit.  

 

Datenübertragung per Funk (Funk-Bussystem)

Die zweite Variante der Datenübertragung wird über Funk geregelt. Hierbei entfällt der Mehraufwand neue Kabel im ganzen Haus verlegen zu müssen. Ein sehr großer Vorteil, bedenkt man die Dauer und Kosten der Kabelverlegung. Aber nicht nur die Verlegung macht sich im Geldbeutel spürbar, auch das Material selbst (Kabel und Leitungen) ist mit nicht zu verachtenden Kosten verbunden.

Tipp: Für den Altbau eines Otto Normalverbrauchers empfiehlt sich definitiv der Griff zur Funkübertragung.

Folgende Funkstandards sind bei Smart Home Systemen gängig:

System Eigenschaften
WLAN (WiFi) In nahezu jedem Haushalt vorhanden bildet das WLAN die bequemste Lösung zur Wahl der Datenübertragung. Leider ist das WLAN nicht für Gebäudeautomation ausgelegt. Dadurch kann es zu Komplikationen kommen, so dass nicht alle Funktionen Ihrer Hausautomation entfaltet werden können. Für simple Smart Home Funktionen ist diese Methode jedoch auf jeden Fall in Betracht zu ziehen.
Bluetooth Mit der Einführung von „Bluetooth Smart“ und „Bluetooth Low Energy“ konnte der übermäßige Energieverbrauch der Bluetooth Technologie begrenzt werden. Damit konnte die Bluetooth Technologie im Bereich Hausautomation Fuß fassen. Dennoch steckt diese Variante noch in Kinderschuhen, Komplikationen in Verbindung mit Smart Home sind vorprogrammiert.
KNX RF Als Alternative zum KNX Bussystem gibt es den KNX RF Funkstandard. Die verwendete Mittelwellenfrequenz hat den Vorteil höherer Zuverlässigkeit gegenüber anderen Systemen (z.B. WLAN). Der KNX RF Funkstandard soll dem potentiellen übermäßigen Aufwand bei der Implementierung des KNX Bussystems in Altbauten etc. entgegenwirken.
ZigBee Konzipiert für die Nutzung im privaten Bereich. Im Vergleich zu anderen Standards findet die Kommunikation bei Z-Wave nicht nur zwischen den jeweiligen Sensoren/Aktoren und der Steuerungseinheit statt, sondern auch untereinander.
Z-Wave Konzipiert für die Nutzung im privaten Bereich. Im Vergleich zu anderen Standards findet die Kommunikation bei Z-Wave nicht nur zwischen den jeweiligen Sensoren/Aktoren und der Steuerungseinheit statt, sondern auch untereinander.
BidCoS Funkprotokoll des HomeMatic Systems.
EnOcean Die Besonderheit dieses Funksystems liegt im Bezug der Energiequelle für den Betrieb, denn der EnOcean Standard bezieht die benötigte elektrische Energie aus der Umgebung – somit sind keine Batterien notwendig.
 

Vorteile und Nachteile: Funk-Bussystem

Vorteile Nachteile
Einfache Installation, vor allem bei der Nachrüstung einer Smart-Home-Anlage. Datenübertragung kann störanfälliger sein.
Vergleichsweise günstiger. Begrenzte Reichweite.
Bevorzugte Endkundenlösung vieler namhafter Smart Home Hersteller. Bei batteriebetriebenen Systemen müssen die Batterien regelmäßig ausgetauscht werden.

 

Fazit

Grundsätzlich verschieden sind diese beiden Varianten nur schwer miteinander vergleichbar. Während WLAN oder Bluetooth Vielen zumindest bekannt vorkommen, können nur Wenige etwas mit ZigBee oder KNX anfangen - geschweige denn die technischen Unterschiede beurteilen. Somit wird eine professionelle Beratung, v.a. beim Griff zum Kabel-Bussystem, unumgänglich. Für eine professionelle Beratung zum Thema Bussystem steht Ihnen unsere Handwerkersuche natürlich zur Verfügung

 

Steuerung des Bussystems

Ebenso relevant wie der Kommunikationsstandard ist die Wahl der Steuerung: zentral oder dezentral? Werfen Sie einen Blick auf die beiden Steuerungsvarianten und informieren sich über die Vor- und Nachteile der zentralen und dezentralen Steuerung.

 

Quelle: Bosch Thermotechnik
Foto: welcomia - depositphotos.com

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Der wichtigste Themenpunkt für deutsche Verbraucher lautet nach wie vor Datenschutz. Welche Risiken birgt das Smart Home und wie kann man sich davor schützen?

   

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Selbstverständlich kann der clevere Sanierer auch hier von Fördermaßnahmen und Zuschüssen profitieren. KfW Programm 159 und 455 fördern geplante Maßnahmen für Einbruchschutz, Wohnkomfort und altersgerechtes Wohnen.

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