Gute Argumente für die Wärmedämmung

Argumente für die Wärmedämmung

Experten klären Missverständnisse rund um den Wärmeschutz auf

In den Medien steht die Dämmung oft in der Kritik, entsprechend fragen sich viele Hausbesitzer: Wie sinnvoll ist die Wärmedämmung und spare ich wirklich so viel Heizkosten, dass sich die Sanierung irgendwann rechnet? Zahlreiche Experten haben jetzt ihre Erfahrungen zusammengefasst. Sie räumen in einem Positionspapier mit den Missverständnissen zum Wärmeschutz auf und erklären den Sinn einer Dämmung. Ihr Fazit: Ein besserer Wärmeschutz bedeutet Zukunftsvorsorge und Versorgungssicherheit.

 

Entstanden ist das Positionspapier "Über den Sinn von Wärmedämmung" unter der Federführung der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA) in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut für Bauphysik, dem Energieinstitut Voralberg, dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und ebök Planung und Entwicklung. Die Experten beantworten auch, warum heute überhaupt so viel über Dämmung gesprochen wird: Auf die Wärmeenergie entfällt in Deutschland ein Großteil des Energieverbrauchs. Ohne so genannte Wärmewende – sprich das Einsparen von Heizenergie – wird die Energiewende deshalb nicht zu schaffen sein. Gleichzeitig sind in den vergangenen Jahrzehnten die Ansprüche an den Wohnkomfort immer weiter gestiegen. Entsprechend wichtig sind Wärmeschutz und Energieeffizienz geworden.

 

Warum ist eine Dämmung sinnvoll?

Für einen funktionierenden Wärmeschutz mit Wärmedämmung sprechen viele gute Gründe:

  • Vermeidung von Bauschäden und Schimmel durch Feuchtigkeitsbildung auf der Innenseite von Außenbauteilen
  • Mehr Behaglichkeit durch höhere Oberflächentemperaturen auf der Innenseite von Außenbauteilen
  • Sommerlicher Wärmeschutz
  • Energieeinsparung im Winter
  • Wertstabilität der Immobilie

Eine gute Dämmung reduziert grundsätzlich das Bauschadensrisiko und gleichzeitig die Heizkosten, so die Experten. Wichtig ist aber in jedem Fall, dass die Sanierung korrekt geplant und ausgeführt wird.

 

Die häufigsten Vorurteile rund um die Wärmedämmung

1. Müssen Häuser atmen?

Das Vorurteil „Wände müssen atmen“ hört man immer wieder, stimmen tut es trotzdem nicht. Ein regelmäßiger Luftaustausch ist erforderlich, aber der erfolgt über die Fenster oder eine Lüftungsanlage. Eine Diffusion über die Außenwände wird bei keiner Bauweise ausreichen, um die Feuchtigkeit aus den Wohnräumen abzuführen. Deshalb muss bei einer Sanierung (auch bei einzelnen Sanierungsmaßnahmen) immer geprüft werden, wie nach der Sanierung der notwendige Luftaustausch sichergestellt werden kann.
 

2. Verursacht eine Dämmung Schimmel?

Ein zusätzlicher Wärmeschutz in Form einer Dämmung führt immer zu höheren Oberflächentemperaturen auf der Innenseite von Außenbauteilen und senkt grundsätzlich das Schimmelrisiko. Tritt trotz Dämmung Schimmel auf, liegt das häufig an der schlechten Planung von Details wie Außenecken oder Anschlüssen der Dämmung an andere Bauteile oder daran, dass das Lüftungsverhalten nach der Sanierung nicht angepasst wurde.
 

3. Eine Fassadendämmung wird zur Brandfalle, zum Entsorgungsproblem und kann veralgen?

Wird eine Fassadendämmung fachgerecht verarbeitet und die Brandschutzvorschriften werden eingehalten, müssen sich Hausbesitzer keine Sorgen machen. Bei den bekannten und in den Medien gezeigten Brandfällen handelte es sich meistens um Vorhaben, die sich noch in der Bauphase befanden, so dass das Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS) noch nicht seine volle Funktionsfähigkeit erreicht hatte. Bei der Entsorgung sind Dämmsysteme im Vorteil, die nicht geklebt werden. Aber auch im schlechtesten Fall einer Deponierung und Verbrennung des Dämmsystems sorgt die Energieeinsparung in der Nutzungsphase der Dämmung für eine positive Energiebilanz über den Lebenszyklus betrachtet. Das oft angeführte Algenwachstum auf gedämmten Fassaden ist ein rein kosmetisches Problem und nicht gesundheitsschädlich. Durch bauliche Maßnahmen wie Dickputz oder Dachvorsprünge lässt das Problem aber verhindern.
 

4. Wärmeschutz ist teuer und rechnet sich nicht?

Pauschale Beurteilungen der Wirtschaftlichkeit lassen sich nur schwer treffen, hier kommt es auf den Einzelfall an. Da aber die Lebenserwartung eines baulichen Wärmeschutzes rund 40 Jahre beträgt und für die kommenden Jahre weitere Energiepreissteigerungen zu erwarten sind, lohnt sich eine energetische Sanierung und vor allem immer dann, wenn sie in Verbindung mit ohnehin fälligen Maßnahmen durchgeführt und Förderung in Anspruch genommen wird.

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Quelle: KEA / Bosch Thermotechnik
Foto: Jürgen Fälchle - Fotolia.com