Energiewende ohne Wärmesektor?

Energiewende

Neuer Anlauf für Steuerbonus bei energetischer Sanierung

Windstrom, Solarstrom, Ökostrom, Strompreise, Entlastung der Stromkunden - wird die Energiewende eine Stromwende? Den Eindruck kann gewinnen, wer derzeit die Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und SPD verfolgt. In Sachen Energiewende haben sich die Parteien schon auf grobe Punkte geeinigt. Nur das Thema Heizkosten bleibt weitestgehend außen vor, dabei haben sich ausgerechnet die zu einer echten Belastung für viele Haushalte entwickelt.
 

Wie wichtig die Energiewende im Gebäudebereich ist, wird von führenden Politikern immer wieder betont. Schließlich geben die deutschen Haushalte deutlich mehr Geld für ihre Heizkosten aus, als für Strom. Doch in den Koalitionsverhandlungen und im Fahrplan für die Energiewende glänzen Themen rund um Heizkosten und die energetische Sanierung durch Abwesenheit. Immerhin: Eine gute Nachricht gibt es für Hausbesitzer und die Energieeffizienz im Gebäudebereich. Denn CDU und SPD denken jetzt ernsthaft über steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten für energetische Sanierungen nach. Allerdings steht die Einführung einer solchen steuerlichen Förderung bisher noch unter dem Vorbehalt der Finanzierbarkeit. Der Steuerbonus wäre ein echter Anreiz für Hausbesitzer, in eine energetische Sanierung zu investieren. Die Sanierungskosten könnten dann direkt von der Steuer abgesetzt werden. Das könnte so manchen Hausbesitzer doch noch zum überzeugten Heizkostensparer machen.

 

Werden Selbstversorger künftig zur Kasse gebeten?

Auf wenig Gegenliebe stoßen dagegen Überlegungen, Selbstversorger beim Strom künftig zur Kasse zu bitten. Sollen Hausbesitzer, die ihren Solarstrom selbst erzeugen und nutzen, dafür künftig EEG-Umlage zahlen? Die Attraktivität von Photovoltaik-Anlagen würde wohl schlagartig weiter sinken. Schließlich haben sich viele Hausbesitzer gerade erst damit abgefunden, dass sich die Einspeisung von Solarstrom für neu installierte Photovoltaik-Anlagen ins Stromnetz kaum noch lohnt. Statt dessen setzen sie auf Eigenverbrauch und machen sich unabhängig von den großen Stromversorgern. Eine finanzielle Belastung solcher Selbstversorger würde Photovoltaik für private Hausbesitzer deutlich uninteressanter machen.

 

Experten fordern mehr Mut bei Koalitionsverhandlungen

Auch viele Energieexperten sind enttäuscht von den bisherigen Ergebnissen der Koalitionsverhandlungen in Sachen Energiewende. Sie fordern mehr Mut und mehr Engagement, eine Beendigung des Schlingerkurses und auch eine Einbindung der europäischen Nachbarn in die Strategie der Energiewende, wie es Stephan Kohler, der Chef der Deutschen Energie-Agentur (dena), formulierte. Die Forderungen der Energieexperten: Überarbeitung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), Ausbau der Förderung für energetische Sanierungen, eine weitere Stärkung von Energieausweis und Energieberatung und Anreize statt Verpflichtungen für Hausbesitzer. Die Diskussionspunkte für eine Energiewende im Wärmemarkt sind also längst noch nicht abgehandelt.

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Quelle: CDU / SPD / dena / Bosch Thermotechnik GmbH
Foto: Gina Sanders - Fotolia.com