Bundesweit gibt es jährlich etwa 200.000 Brände, die meistens in Innenräumen ausbrechen. Altbauten sind besonders anfällig, weil viel Holz verbaut wurde, besonders im Dach. Der Brandschutz von älteren Häusern lässt sich mit einer nachträglichen Dämmung erheblich verbessern. Besonders Dämmstoffe aus Glaswolle oder Steinwolle, aber auch Dämmstoffe auf mineralischer Basis bieten Sicherheit im Ernstfall, da sie nicht brennbar sind. Aber auch für die in die Kritik geratenen Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS) aus Polystyrol gilt: Bei fachgerechter Montage und ausgestattet mit so genannten "Brandriegeln" besteht kein Brandrisiko.

 

Beim Brandschutz gibt es in Deutschland sehr hohe Sicherheitsstandards. Alle eingesetzten Baumaterialien unterliegen einer bauaufsichtlichen Zulassungspflicht. Brandschutzvorschriften regeln, dass Fluchtwege im Brandfall benutzbar bleiben, Fassaden mit Brandsperren versehen werden oder hohe Gebäude nur mit nicht brennbaren Baustoffen gedämmt werden dürfen. Das Brandverhalten von Baustoffen wird in Deutschland mit der DIN 4102 beurteilt und eingeteilt. Unterschieden werden nicht brennbare (Klasse A) von brennbaren Baustoffen (Klasse B), diese werden zusätzlich in schwer- oder normal oder leicht entflammbare Baustoffe unterteilt. Leicht entflammbare Baustoffe dürfen nicht verbaut werden. Die üblicherweise eingesetzten Wärmedämmstoffe kann man grob in organische Dämmstoffe wie Polystyrol oder Polyurethan, mineralische Dämmstoffe (Glaswolle oder Steinwolle) und nachwachsende Dämmstoffe wie Hanf oder Holzfasern unterteilen. Mineralische Dämmstoffe sind nicht brennbar, organische und die meisten nachwachsenden Dämmstoffe sind brennbar, erhalten aber durch die werkseitige Zugabe von Flammschutzmitteln in der Regel die Einstufung schwer entflammbar.

 

Brandschutz bei der Dachdämmung

Schlafzimmer und Kinderzimmer liegen meistens unter dem Dach - kein Wunder, dass viele Hausbesitzer hier auch bei der Dämmung maximalen Brandschutz vorsehen möchten. Mit einer Zwischensparrendämmung, kombiniert mit einer Untersparrendämmung, lässt sich die Holzkonstruktion des Dachstuhls bestens ummanteln. Im vorbeugenden Brandschutz spielt die richtige Dämmung eine elementare Rolle. Gefährlich ist nicht nur das Feuer, sondern auch der dadurch entstehende Rauch und die giftigen, lebensbedrohlichen Gase. Dämmstoffe aus Mineralwolle sind nichtbrennbar, Baustoffklasse A1. So hemmen sie im Brandfall die Ausbreitung von Feuer und schaffen damit wertvolle Zeit für Rettungsmaßnahmen.

 

Brandschutz bei der Fassadendämmung

Bei Häusern bis maximal sieben Metern Höhe geht man von einer schnellen Fluchtmöglichkeit im Brandfall aus. Hier dürfen in der Fassadendämmung normal entflammbare Dämmsysteme verbaut werden. Ab sieben Metern Gebäudehöhe müssen mindestens schwer entflammbare Dämmsysteme eingesetzt werden, die mit feuerfesten Fensterstürzen oder umlaufenden Brandriegeln aus nicht brennbaren Dämmstoffen zu kombinieren sind. Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS) sind bei der Fassadendämmung am weitesten verbreitet. Hierbei kommen Dämmplatten aus Polystyrol aus Kostengründen bevorzugt zum Einsatz. Dabei übernimmt die Putzschicht im Brandfall eine bestimmte Zeit die Schutzfunktion für den brennbaren Dämmstoff. Wichtig ist, dass ausschließlich bauaufsichtlich zugelassene Systeme verwendet werden, die fachgerecht nach den Vorgaben des Herstellers angebracht werden. Wer sich für ein Dämmsystem auf Basis nicht brennbarer Mineralwolle entscheidet, muss mit geringfügigen Mehrkosten bei der Verarbeitung rechnen, der reine Materialpreis liegt etwa 30 Prozent höher.

 

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Quelle: Bosch Thermotechnik GmbH
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