Bundesrat verabschiedet EEG

EEG Novelle

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) soll dafür sorgen, dass der Anteil erneuerbarer Energien an der deutschen Stromversorgung weiter steigt

 

Neuerungen für Photovoltaik-Anlagen ab 01.08.2014

Um die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) wurde erbittert gerungen. Vor allem die "Sonnensteuer" auf den Eigenverbrauch von Solarstrom rief Kritiker reihenweise auf den Plan, Verbraucherschützer drohten sogar mit Klagen gegen das EEG. Nun hat der Bundesrat das Gesetz am 11. Juli passieren lassen, so dass es am 1. August 2014 in Kraft getreten ist. Allerdings mit Ausnahmen für kleine Photovoltaik-Anlagen und Bestandsschutz für Anlagen, die schon in Betrieb sind.

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) soll dafür sorgen, dass der Anteil erneuerbarer Energien an der deutschen Stromversorgung stetig steigt. Diese Änderungen kommen mit dem EEG 2014 auf Betreiber von Photovoltaik-Anlagen zu:

 

1. EEG-Umlage auf Eigenverbrauch von Solarstrom

Wer selbst erzeugten Solarstrom aus einer neuen Photovoltaik-Anlage auch selbst verbrauchen möchte, muss darauf künftig 40 Prozent der EEG-Umlage entrichten. Der Übergang soll allerdings gleitend erfolgen: Bis Ende 2015 sind 30 Prozent, bis Ende 2016 dann 35 Prozent der jeweils gültigen EEG-Umlage auf die Eigenversorgung mit Solarstrom zu entrichten. Für 2014 sind das rund 1,9 Cent je Kilowattstunde (kWh). Ab 2017 gelten die vollen 40 Prozent – auch für Photovoltaik-Anlagen, die zwischen August 2014 und Dezember 2016 errichtet wurden.

 

2. Ausnahmen von der EEG-Regelung: Bagatellgrenze für private Eigenversorger und Bestandsschutz

Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von maximal zehn Kilowatt, also das typische Eigenheim-Segment, sind von der EEG-Umlage ausgenommen. So bleibt die Solarstrom-Anlage für Hausbesitzer attraktiv. Ursprünglich wollte die Bundesregierung auch diese Anlagen-Betreiber zur Kasse bitten, Solarverbände und Verbraucherschützer haben sich aber dafür eingesetzt, dass eine Bagatellgrenze für kleine Anlagen gilt. Für die rund 1,4 Millionen Photovoltaik-Anlagen in Deutschland, die bereits vor dem 1. August 2014 in Betrieb genommen wurden, besteht Bestandsschutz. Auf ihre Betreiber kommen keine Änderungen zu. Wurden bereits vor dem Stichtag Teile des Solarstroms selbst verwendet, bleibt der Eigenverbrauch auch künftig von der EEG-Umlage befreit. Das gilt auch bei Modernisierungen und Ersatzinvestitionen. Wichtig: Die Anlagenleistung darf dadurch um höchstens 30 Prozent gesteigert werden.

 

3. Einspeisevergütung oder Marktprämie

Ab dem 1. August 2014 erhöht sich die Einspeisevergütung für den Solarstrom neuer Photovoltaik-Anlagen mit einer installierten Leistung von 10 bis 1.000 Kilowatt um 0,3 Cent je kWh – unabhängig davon, ob diese einen Teil ihres Solarstroms selbst verbrauchen oder nicht. Die Bundesregierung führt mit dem EEG 2014 zudem die "verpflichtende Direktvermarktung" ein. Betreiber neuer Photovoltaik-Anlagen mit 500 Kilowatt installierter Leistung (kWp) oder mehr (ab 2016 bereits ab 100 kWp) brauchen demnach einen Direktvermarkter, wenn sie ihren überschüssigen Solarstrom nicht selbst verkaufen wollen. Da die erzielbaren Erlöse an der Strombörse die Kosten einer Solarstromanlage allein nicht decken können, erhalten Photovoltaik-Betreiber zusätzlich eine Marktprämie. Die Prämie füllt die Differenz zur Höhe der nach dem bisherigen System gewährten Einspeisevergütung auf. Für den Mehraufwand durch die Direktvermarktung erhält der Betreiber einen Aufschlag in Höhe von 0,4 Cent pro Kilowattstunde auf die Marktprämie. Für kleinere Solarstromanlagen gilt weiterhin die garantierte Einspeisevergütung mit einer Laufzeit von 20 Jahren.

 

4. Photovoltaik-Förderung sinkt bei Marktflaute weniger schnell

Bei der Förderung für Photovoltaik-Neuanlagen hält die Bundesregierung am "atmenden Deckel" fest. Je nach prognostizierter Marktgröße wird danach für Photovoltaik-Neuanlagen die Förderhöhe für jeweils 20 Jahre fixiert. Wächst die Nachfrage nach Solarstrom-Anlagen schneller als politisch erwünscht, sinkt die Förderung für Neuanlagen ebenfalls schneller. Schrumpft der Markt, sinkt die Förderung langsamer, um den Photovoltaik-Markt in der Folge durch eine Verbesserung der Rentabilität wieder zu beleben.

 

Quelle: Bundesrat / BSW-Solar
Foto: Buderus

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